10. - 19.03.2014: Everest Base Camp Trek - Teil 1 - Jiri bis Namche Bazar

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S Steintore


Everest Base Camp Trek 10.03.2014 bis 02.04.2014
Tag Ort Datum Wetter KM/Tag Hoch Runter Stunden
1 Jiri (1770m) -
Mali (2334m)
Mo, 10.03.2014 18°C 4.5km 564m 200m 2.5h
2 Mali (2334m) -
Deorali (2712m)
Di, 11.03.2014 18°C 9.5km 1000m 530m 7h
3 Deorali (2712m) -
Kinja (1630m)
Mi, 12.03.2014 18°C 8km 170m 1261m 6h
4 Kinja (1630m) -
Goyam (3220m)
Do, 13.03.2014 18°C 10km 1590m 0m 6h
5 Goyam (3220m) -
Everest View (3030m)
Fr, 14.03.2014 15°C 12km 844m 900m 7.5h
6 Everest View (3030m) -
Nuntala (2217m)
Sa, 15.03.2014 16°C 9km 402m 1218m 5.25h
7 Nuntala (2217m) -
Bupsa (2357m)
So, 16.03.2014 14°C 8km 1073m 933m 5.5h
8 Bupsa (2357m) -
Muse (2600m)
Mo, 17.03.2014 14°C 10km 1014m 776m 7h
9 Muse (2600m) -
Monjo (2835m)
Di, 18.03.2014 14°C 11km 535m 300m 4.5h
10 Monjo (2835m) -
Namche Bazar (3500m)
Mi, 19.03.2014 4°C 4.5km 800m 100m 3.25h
11 Namche Bazar (3500m) -
Khumjung (3780m)
Do, 20.03.2014 4°C 2km 400m 100m 1.75h
12 Khumjung (3780m) -
Tengboche (3876m)
Fr, 21.03.2014 6°C 4km 610m 560m 3.15h
13 Tengboche (3876m) -
Dingboche (4410m)
Sa, 22.03.2014 4°C 7km 600m 140m 3.5h
14 Tagestour nach Chukhung (4730m) So, 23.03.2014 -2°C 7km 320m 320m 2.75h
15 Dingboche (4410m) -
Lobuche (4910m)
Mo, 24.03.2014 0°C 5km 630m 130m 4h
16 Lobuche (4910m) -
Gorak Shep (5180m)
+ Everest Base Camp (5360m)
Di, 25.03.2014 0°C 11km 634m 424m 7.15h
17 Gorak Shep (5180m) -
Pangboche (4000m)
Mi, 26.03.2014 0°C 16km 150m 1330m 7h
18 Pangboche (4000m) -
Thore (4300m)
Do, 27.03.2014 10°C 11km 1150m 450m 6h
19 Thore (4300m) -
Gokyo (4790m)
Fr, 28.03.2014 4°C 8km 550m 100m 5.5h
20 Tagestour Gokyo Ri (5360m) Sa, 29.03.2014 4°C 2km 570m 570m 3.75h
21 Gokyo (4790m) -
Lumde (4350m)
+ Renjo La Pass (5360m)
So, 30.03.2014 14°C 11km 670m 1060m 8.15h
22 Lumde (4350m) -
Namche Bazar (3500m)
Mo, 31.03.2014 18°C 17km 200m 1050m 5.75h
23 Namche Bazar (3500m) -
Lukla (2860m)
Di, 01.04.2014 18°C 17km 240m 880m 6.5h

Zusammenfassung:

Gesamte Kilometer: 204.5km
Gesamt hoch: 14.716m
Gesamt runter: 13.352m
Gesamte Wanderzeit: 120h (ohne Pausen)

Der vorbestellte Jeep holte uns morgens früh ab - ein nagelneuer PKW. Die Fahrt nach Jiri war angenehm und dauerte etwa 6 Stunden. Uns blieb genügend Zeit, um den Nachmittag noch zum Wandern zu benutzen. Jiri ist nicht wirklich ein attraktiver Ort und schlafen wollten wir hier nicht. Wir hätten mit dem Bus auch weiter nach Shivalaya fahren können, aber die staubige Piste soll Rücken-brechend sein. Zum Glück mussten wir nur etwa 10 Minuten drauf laufen und dann ging der Wanderpfad über die Berge ab.

Schön steil ging es gleich hoch - fast 600 Höhenmeter bis zum Pass. Wir schafften das in unter zwei Stunden und fanden auf der anderen Seite im nächsten Ort Mali eine nette Unterkunft für die Nacht. Viel hatten wir vorab von den Teehäusern hier gehört. Im Prinzip sind das auf der Strecke von Jiri bis Monjo mehr oder weniger Familienhäuser, in denen 1-2 Zimmer für uns Wanderer freigehalten werden. Ab Lukla sind das dann professionelle Hotels und Lodges mit vielen Zimmern zur Auswahl. Man bezahlt 1-2 Euro pro Zimmer und für das Essen noch einmal 4-6 Euro pro Person (Abendessen und Frühstück). Die Zimmer sind idR gerade einmal groß genug für zwei schmale Pritschen mit einem schmalen Durchgang. Viel Platz zum Ausbreiten gibt es nicht, die Matratzen waren bis Namche Bazar alle super dünn und wir haben mehrere übereinander gestapelt, damit uns die Hüften nicht so weh tun. Schlafsäcke hatten wir noch nicht dabei, die wollten wir uns später in Namche für die kalten Nächte in eisigen Höhen mieten. Aber wir bekamen auf Nachfrage immer genügend warme Decken. Meistens waren wir um 21 Uhr im Bett und morgens um 6 Uhr wieder auf.

Duschen gab es nur ganz selten, deshalb haben wir uns jeden Abend eine Schüssel mit heißem Wasser geben lassen und unsere Waschlappen benutzt. Reicht völlig! Wir haben einmal nachts heiß am Deorali Pass geduscht. Kaum war das Wasser aus, erfror man in dem Null Grad kalten Badezimmer. Ich hatte mir dummerweise auch noch die Haare gewaschen. Der Körper und die Haare dampften. Ich konnte mich gar nicht schnell genug abtrocknen und schon waren mir die Fingerspitzen vor Kälte taub geworden. Den Fehler haben wir anschließend nie wieder gemacht. Gab es mal kein Wasser zum Waschen oder es war schlichtweg zu kalt im Zimmer, dann wurden die Feuchttücher raus geholt. Was nicht tötet, härtet ab!

Das Essen war durchweg gut, idR vielfältig und reichhaltig. Dal Bhat ist hier bei den Einheimischen die Hauptmahlzeit - Reis, Gemüsecurry und Linsensuppe (Nachschlag soviel man will und verputzen kann). Mittags gab es bei uns häufig Pommes mit Spiegelei drauf. Salzig, füllend und lecker! Die Pommes wurden hier mit echten Kartoffeln gemacht und waren richtig knusprig! Ansonsten standen morgens Porridge oder Pfannenkuchen auf dem Tisch. Abends gabs auch mal eine Pizza, Momos (gefüllte Teigtaschen), gebratene Nudeln oder Reis - alles vegetarisch. Man konnte teilweise auch Fleisch bekommen, wir haben das aber vorsichtshalber weggelassen.

Trinkwasser konnte man überall kaufen - je höher und weiter weg man von der Zivilisation war, desto teurer wurden die Preise. Wir haben uns abends immer heißes Wasser in eine unserer SIGG-Flaschen abfüllen lassen. Das diente nicht nur als Wärmflasche zum Anwärmen der Füße in den kalten Betten, sondern ließ sich am nächsten Tag auch gut trinken. Man kann dadurch auch den Gebrauch von Plastikflaschen reduzieren, für die es hier oben keine Recyclingmöglichkeit gibt. Meistens wird der Abfall hier verbrannt. Wir hatten uns in Kathmandu zwar auch noch Chlortabletten zur Wasserreinigung gekauft, aber das Wasser schmeckte anschließend nach Swimmingpool und wir haben sie nie benutzt.

Von Jiri aus starten nicht sehr viele Wanderer. Die meisten fliegen von Kathmandu nach Lukla und laufen dann innerhalb von 14 Tagen zum Everest Base Camp und wieder zurück. Wer in Jiri startet braucht 9-10 Tage länger. Die Strecke von Jiri nach Lukla hatte es echt in sich. Fast jeden Tag ging es 1000m hoch und auf der anderen Seite wieder runter. Teilweise sind schon Pässe von 3500-3700m dazwischen. Ein super Einstieg, um sich nicht nur an die Höhenunterschiede hier zu gewöhnen, sondern um sich auch körperlich fit zu machen.

Der Pfad war leicht auszumachen und man braucht auf keinen Fall einen Trekking-Guide. Kommt man wirklich mal vom Weg ab, dann macht dich ein alte Dame oder ein Herr aus dem Dorf schon darauf aufmerksam. Die wissen genau, wo man hin will! Helens Informationen reichten für uns aus und wir haben sie auf der Strecke auch an viele andere weiter gegeben.

Wir trugen zwar "nur" 10 Kilo auf unseren Rücken, aber die steilen An- und Abstiege und die zum Teil sehr hohen Steinstufen machten uns nach und nach zu schaffen. An Tag 4 bekam Helen Knieprobleme. Trotz Bandage schwoll das rechte Knie an. Wir machten eine Mittagspause in Chimbu und wollten uns erst einmal ausruhen. Lakpa, der Koch, zauberte ein leckeres Essen her und sein Bruder gesellte sich zu uns. Dawa sprach hervorragendes Englisch und wir erfuhren, dass er eine Trekkingfirma in Kathmandu hat. Seine Kunden kommen idR aus Korea und erklimmen Mount Everest, Nuptse oder Lhotse.

Wir erzählten ihm von Helens Knieproblemen und fragten, wo wir am besten schnellstmöglich einen Porter finden können. Gleich hier ... war die Antwort, denn Lakpa, unser Koch, arbeitet normalerweise als Porter auf Expeditionen. Innerhalb einer Stunde handelten wir einen Preis aus (1500 Rupien - 12 Euro - pro Tag inkl. Essen und Unterkunft), Lakpa packte seine Sachen, unser Gepäck wurde in einen großen Rucksack verfrachtet und dann ging es gleich noch am Nachmittag weiter ganz bis nach Goyam hoch.

Wir waren nur noch mit 1-2 Kilo auf dem Rücken unterwegs (Trinkwasser und Snacks). Was für ein Unterschied! Wir merkten in den nächsten Tagen schnell, dass wir rechtzeitig die richtige Entscheidung getroffen haben. Helens Knieschmerzen ließen nach, meine Rückenschmerzen auch und wir waren insgesamt wesentlich schneller unterwegs. Wir trafen andere, die ähnlich gestartet waren wie wir uns auch Probleme mit der Wade oder dem Knie hatten. Ohne Porter musst du entweder dann länger pausieren oder gleich aufgeben. Lakpa war definitiv sein Geld wert! Und wir konnten die Wanderung richtig genießen!

Ab Junbesi teilten wir uns den Pfad mit 1700 Eseln. Sie transportieren hier alles von einem Ort zum nächsten. Weiter oben ab 3500m werden auch Yaks eingesetzt. Sie können unterhalb dieser Höhe nicht überleben und Esel werden oberhalb von 3000m nicht mehr eingesetzt. Tiere und Porter haben absolutes Wegerecht auf der gesamten Strecke und wir mussten ständig an den Wegesrand ausweichen. Von einem Esel oder Yak auf den Fuß getreten zu werden, bedeutet das sofortige Ende der Wanderung. Nein, danke! Für die Esel waren die vielen Steinstufen auch nicht einfach. Wir haben einen Esel mit gebrochenen Bein gesehen, andere hatten geschwollene Knie.


Everest Trek Teil 1: Jiri bis Nuntala

Mount Everest haben wir auf der Strecke das erste Mal an Tag 6 gesehen - von der Mount Everest View Lodge (der Name sagt es schon!). Bis Namche haben wir ihn dann noch ein paar Mal gesehen. Wir kamen immer näher und waren schon jetzt beeindruckt. Oben auf dem Gipfel tobten heftige Winde (Geschwindigkeiten von über 100km/h sind normal zu dieser Jahreszeit bei -70°C!) und man sah eine riesige Schnee- und Eisfahne. Wir fragten uns mehrfach, was einen dazu treibt ganz da hoch zu klettern. Nichts für uns! Uns reicht schon das Base Camp auf 5400m Höhe!

Wetter-technisch hatten wir auch viel Glück. Meistens war es sonnig ohne wirklich heiß zu sein. Ab und zu mussten wir auf den hohen Pässen auch mal kurz durch den Schnee. Regen gab es nur in Monjo - direkt unterhalb von Namche. Wir kamen dort gerade zum Mittagessen an und sahen die Wolken schon von oben runter kommen. Wir waren noch nicht mal fertig mit dem Essen, als der Himmel die Pforten öffnete. Es wurde schweinekalt und wir beschlossen keinen Meter weiter zu laufen. Morgen ist auch noch ein Tag!

Und der war einfach fantastisch! Strahlender Sonnenschein begrüßte uns am nächsten Morgen und die hohen Berge waren von Neuschnee bedeckt. In Monjo hatte es die ganze Nacht geregnet - in Namche Bazar (über 600m höher) hatte es die ganze Nacht geschneit. Je näher wir Namche kamen, desto mehr Schnee und Eis bekamen wir ab. A Winter Wonderland! Uns schossen Weihnachtslieder in den Kopf!

Ankunft in Namche Bazar - 360° Panorama
(mit gedrückter Maus über das Panorama fahren oder auf die Pfeiltasten klicken)


Wir nutzten den freien Nachmittag in Namche Bazar, um uns Schlafsäcke zu mieten (1 US$ pro Tag), neue Regenjacken zu kaufen und uns mit Schokolade (40 Snickers und Mars!) und Toilettenpapier (8 Rollen) einzudecken. Letzteres wird ab jetzt nämlich richtig teuer. Lakpa mussten von nun an etwa 5kg mehr schleppen, aber wozu haben wir einen Porter? Im Vergleich zu den Portern, die hier Essen und andere Ware hoch schleppen (idR zwischen 90-120kg pro Person!), hatte Lakpa es einfach mit weniger als 25kg auf dem Rücken.

Von Namche aus ging es jetzt für uns ans Eingemachte. Ab hier beginnt die Anpassung an die Höhe und nachts liegen die Temperaturen bei -15°C. Aber dazu mehr im nächsten Bericht, der leider auf sich warten muss, denn wir gehen ab morgen im Annapurna Gebiet wandern.


Everest Trek Teil 2: Nuntala bis Dingboche